Wolfgang Meschendörfer gestorben

Die Gesellschaft für deutsche Musikkultur im südöstlichen Europa trauert um einen langjährigen Weggefährten, Freund und Mitstreit, Wolfgang Meschendörfer, der uns am 8. Februar 2012 nach schwerer Krankheit verlassen hat. Obzwar wir seit einigen Monaten von seinem schweren Schicksal wussten, bedeutet sein stiller Abgang für uns ein großer Schmerz und einen noch größerer Verlust.

Wolfgang Meschendörfer hat von Anfang an den Werdegang unseres ehemaligen Arbeitskreises Südost wie auch der Gesellschaft für deutsche Musikkultur im südöstlichen Europa e.V. mitbestimmt und mitgetragen. Das Schicksal der jährlichen Löwensteiner Musikwoche lag viele Jahre in seinen Händen, wir sind ihm besonders deshalb zu Dank verpflichtet. Er konnte Jung und Alt, Musiker und Musikliebhaber, Teilnehmer aus Rumänien und aus Deutschland durch diese Musikwoche zusammenbringen und binnen weniger Tage zu einer harmonischen Gemeinschaft zusammenschweißen. Er hatte als junger Rentner noch viele Pläne - doch das Schicksal meinte es anders.

Für uns wird Wolfgang Meschendörfer im Geiste weiterleben und wir wollen versuchen, so gut wie möglich, seinem guten Beispiel zu folgen. Unsere Gedanken sind in diesen Tagen und Wochen bei seiner Familie.

Der Herr gebe ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm!

Im Namen des Vorstands der GDMSE,
Dr. Franz Metz
Johannes Killyen


Uraufführung auf dem Programm der Musikwoche Löwenstein

Konzert mit Prof. Heinz Acker in der Heilbronner "Harmonie" am 14. April

Eine Welturaufführung steht auf dem Programm der nächsten "Musikwoche Löwenstein". Eine Woche nach Ostern, am 14. April um 19.00 Uhr, wird im Maybach-Saal des Heilbronner Konzertsaales "Harmonie" ein vokal-symphonisches Werk unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt: eine großangelegte Suite für großen Chor, Kinderchor, Soli und Orchester mit dem Titel "Carmina selecta", oder "Süd-östlicher Divan", die Prof. Heinz Acker für die diesjährige Löwensteiner Musikwoche geschrieben hat. Gesangssolisten sind Johanna Boehme (Sopran), Renate Dasch (Alt), Hans Straub (Tenor) und Christoph Reich (Bariton).

Acker orientiert sich in seinem Werk an der Zielsetzung der "Gesellschaft für deutsche Musikkultur im Südöstlichen Europa" (GDMSE), die die Löwensteiner Musikwoche zum 27. Mal ausrichtet. Der frühere Professor für Musiktheorie an der Musikhochschule Heidelberg-Mannheim hat in sein Werk sowohl Texte als auch Melodien ganz verschiedener deutscher Minderheiten aus dem Südosten Europas aufgenommen.

Der Anklang im Doppeltitel des Werkes an Carl Orff und Goethe ist nicht zufällig. "Carmina selecta" meint "ausgewählte" aber auch "auserwählte, erlesene" Gesänge von volkstümlich- rustikaler Herkunft im Sinne Carl Orffs. Die Titel-Anleihe bei Goethe verweist auf die Herkunftsgebiete der Lieder mit dem Reiz von Fremdartigem. Wertvolles altes Liedgut aus vielfältigen ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten (etwa aus Siebenbürgen, von Banater oder Sathmarer Schwaben, von Ungarn- oder Jugoslawien-Deutschen, aus Böhmen oder Mähren, Wolhynien oder Syrmien, aus dem polnischen Schtetl bis hin zu den Wolga-Deutschen) wird hier zu einer farbenreichen Suite verarbeitet.

Es sind die unterschiedlichen Dialekte und musikalischen Idiome, die den künstlerischen Reichtum dieser Regionen ausmacht. So findet sich der siebenbürgische Grundklang des Werkes eingebettet in die Klangvielfalt weiterer deutscher Siedlungsgebiete. Dem Hörer erschließen sich im Verlauf der Suite 800 Jahre deutscher Siedlungsgeschichte.

Heinz Acker wurde 1942 im Siebenbürgischen Hermannstadt geboren als Spross einer traditionsreichen Pfarrer- und Lehrer Familie. Nach dem Studium der Musik in Klausenburg wirkte er am Musikgymnasium seiner Heimatstadt als Lehrkraft für Klavier, Orchester und Kammermusik wie auch als Musikrezensent der deutschsprachigen Zeitungen und übernahm frühzeitig auch Dirigate an der Hermannstädter Staatsphilharmonie. 1977 übersiedelte er mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland. An der Bruchsaler Musikschule gründete er ein Jugendsinfonieorchester mit dem er viele nationale Eherungen und internationale Erfolge feiern konnte. Seit 1978 unterrichtete Acker an der Musikhochschule Heidelberg / Mannheim, wo er 1987 zum Professor für Musiktheorie berufen und 2005 emeritiert wurde. Seine "Modulationslehre" ist zu einem anerkannten Standardwerk der Musiktheorie geworden. Von seinen Werken erfreuen sich insbesondere seine "Heidelberg-Variationen" großer Beliebtheit.

Erprobte Sängerinnen und Sänger können nach Voranmeldung übrigens an dem einmaligen Projekt noch mitwirken und mögen sich bei Johannes Killyen (Tel. 0178 / 5222 177, E-Mail: killyen@gmx.de) melden. Karten gibt es im Vorverkauf in der Heilbronner "Harmonie" bzw. an der Abendkasse für 10 Euro (ermäßigt 8 Euro).

Anmeldung und Informationen: Johannes Killyen, Tel. 0178 / 5222 177, E-Mail: killyen@gmx.de

Johannes Killyen

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Artikel zum Symposion der GDMSE am 19. Februar 2005 (HTML)

Aufsatz: Deutsche Musik in Südosteuropa im 21. Jahrhundert (HTML)